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Gemeinde Avren: Sehenswürdigkeiten zwischen Varna und Kamchia

Avren in Bulgarien, südwestlich von Varna: Festung Petrich Kale, die Sternwarte von Avren, ein Kirchen- und Schulmuseum in Tsarevtsi, Dörfer auf dem Plateau und Kamchia am Meer.

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Avren (bulgarisch Аврен) ist die ländliche Gemeinde gleich südwestlich von Varna: 17 Dörfer auf einem hohen Kalkplateau, eine mittelalterliche Festung an der Felskante, eine Sternwarte und an der Ostseite der Badeort Kamchia. Wer nach „Avren Bulgarien“ sucht, meint fast immer diesen Ort: Das Dorf Avren liegt rund 30 km Straße vom Zentrum Varnas entfernt und ist Sitz einer Gemeinde von 353,78 km² mit etwa 8.300 Einwohnern (Wikipedia (BG)). Ein Urlaubsort ist Avren nicht, aber ein halber Tag mit dem Auto lohnt sich: Geschichte, weite Ausblicke, stille Dörfer – und am Nachmittag ein Abstecher an den Strand von Kamchia.

Wo liegt Avren?

Die Gemeinde nimmt den Osten der Oblast Varna ein. Sie grenzt im Norden an Varna und Beloslav, im Westen an Devnya und Provadia, im Süden an Dolni Chiflik und im Osten ans Schwarze Meer. Etwa zwei Drittel der Fläche bedeckt das Avren-Plateau, nach Momino, dem Namen des Dorfes von 1935 bis 1964, auch Momino-Plateau genannt; sein höchster Punkt, Peykovi Nivi (329 m), liegt 1,5 km nördlich des Dorfes. Im flachen Westen, der Sindel-Niederung, nähern sich die Flüsse Provadiyska und Kamchia bis auf etwa 3 km (Wikipedia (BG)).

Die Gemeinde nennt 17 Dörfer – Avren, Benkovski, Bliznatsi, Bolyartsi, Dobri Dol, Dabravino, Zdravets, Kazashka Reka, Kitka, Krusha, Priseltsi, Ravna Gora, Sadovo, Sindel, Trastikovo, Tsarevtsi und Yunak – sowie den Ferienort Kamchia (Gemeinde Avren). Achtung: Ein zweites, kleineres Dorf Avren gibt es bei Krumovgrad in den Rhodopen (Wikipedia (BG)).

Petrich Kale: die Festung an der Felskante

Der beste Grund für einen Besuch ist Petrich Kale auf einer hohen Felsterrasse am Nordwestrand des Plateaus. Das Gelände gehört zur Gemeinde Avren, erreicht wird es aber über das Dorf Razdelna am Fuß der Felsen. Die Festung entstand im 5.–6. Jahrhundert als Teil der frühbyzantinischen Verteidigungslinie, wurde unter byzantinischer Herrschaft erneut genutzt und erlebte im Zweiten Bulgarischen Reich ihre Blüte. Der arabische Geograf al-Idrisi beschrieb sie 1154 als „große, schöne und reiche Stadt“; 1388 nahmen sie die Osmanen ein, und am 7. November 1444 erreichte das Heer des Kreuzzugs von Varna die Mauern und brach die Tore mit Kanonen auf (Wikipedia (BG)). Mehr dazu auf unserer Seite zur Schlacht bei Varna 1444.

Was man heute sieht: bis zu 35 m hohe senkrechte Felswände im Westen und Norden, Reste zweier rechteckiger Türme von etwa 11 × 9 m, die noch bis zu 7 m hoch stehen, Mauerabschnitte von 5–6 m, eine kleine einschiffige Kirche und eine rund 20 m lange, in den Fels gehauene Treppe zu zwei riesigen Zisternen mit über 700 m³ Fassungsvermögen. 2015 wurde an der Felskante ein Metallkreuz zur Erinnerung an das Hochwasser in Razdelna aufgestellt. Zugang über einen unbefestigten Weg ab dem Ortsende von Razdelna und einen schlecht markierten Pfad (Wikipedia (BG)). Offizielle Öffnungszeiten oder Eintrittspreise haben wir nicht gefunden – es ist eine frei zugängliche Ruine, also bei Tageslicht hingehen und Abstand zur Kante halten.

Rund um die Festung liegt das Schutzgebiet Petricha: 126,9 ha, 1986 ausgewiesen als Lebensraum seltener Greifvögel aus dem bulgarischen Roten Buch, darunter Schmutzgeier, Adlerbussard, Steinadler, Schlangenadler und Uhu. Am Fuß der Festung steht eine Berghütte (Wikipedia (BG)).

Das Dorf Avren: Sternwarte, Kirche und eine zweite Festung

Avren liegt im Westteil des Plateaus, das nach dem Dorf benannt ist (Wikipedia (BG)). 1935 wurde es in Momino umbenannt und erhielt 1964 seinen alten Namen zurück (Wikipedia (BG)). Die Gemeinde nennt Petrich Kale, einen ethnografischen Komplex, die Sternwarte und die orthodoxe Kirche als Sehenswürdigkeiten; Dorffest ist Petkovden am 14. Oktober (Gemeinde Avren).

  • Die Sternwarte Avren ist das Basisobservatorium der Volkssternwarte Nikolaus Kopernikus in Varna; der Astronomieklub Kanopus beobachtet hier regelmäßig (Wikipedia (BG)). Öffentliche Abende am besten vorab bei der Sternwarte in Varna erfragen.
  • Die Kirche der hl. Paraskeva (Petka) wurde 1868 gebaut.
  • Rund 1,95 km südlich des Dorfes, in der Flur Kishishlika, liegen die Reste einer zweiten spätantiken und mittelalterlichen Festung, Akveran: ein Felssporn, abgeriegelt durch Graben und eine etwa 270 m lange Mauer; gefunden wurden unter anderem Münzen von Zar Ivan Alexander (1331–1371) (Wikipedia (BG)). Die zweitägige Route der Gemeinde umfasst außerdem das mittelalterliche Felsenkloster Blagoveshtenie (Mariä Verkündigung) bei Kishishlika und einen Spaziergang zum kleinen Stausee Panichkata (Gemeinde Avren). Besucherinformationen oder Angaben zur Markierung haben wir nicht gefunden – fragen Sie im Dorf nach dem Weg.

Tsarevtsi: Kirche, Schule und Teppiche

Im Westen der Gemeinde, nahe der großen Schleife der Provadiyska, bewahrt Tsarevtsi ein Ensemble aus dem 19. Jahrhundert: Kirche und alte Schule. Die Kirche der hll. Konstantin und Helena steht unter Denkmalschutz und wurde laut Gemeinde von Vasil Levski und Hristo Botev besucht; zusammen mit der alten Schule bildet sie einen Museumskomplex mit ethnografischer Sammlung, in dem man der traditionellen Teppichweberei zusehen kann (Gemeinde Avren). Der Schriftsteller Stilian Chilingirov unterrichtete um 1899–1900 an der Dorfschule, und viele Figuren seines Romans „Kinder der Hölle“ sind Einheimischen nachempfunden (Wikipedia (BG)). Das Dorffest findet am ersten Sonntag im Juni statt.

Weitere Dörfer für einen Halt

  • Sindel: Die Gemeinde verweist auf die Höhlen in der Umgebung und den Hügel Ilan Bair; laut Wikipedia liegt die Sindel-Höhle an Straße und Bahnlinie, südlich des Dorfes der Sindel-Sumpf (Wikipedia (BG)). Hier ist auch der Bahnhof der Gegend.
  • Zdravets: ein kleiner Stausee 2 km vom Dorf mit der Hütte Zdravets zum Ausspannen und Angeln, eine ethnografische Sammlung im Kulturhaus und eine Kirche von 1926 (Gemeinde Avren).
  • Ravna Gora: Häuser vom Ende des 19. Jahrhunderts, die als Kulturdenkmäler ausgewiesen sind (Gemeinde Avren).
  • Krusha: ein abgelegenes Hügeldorf mit ethnografischer Sammlung im Kulturhaus (Gemeinde Avren).
  • Priseltsi: Die Gemeinde nennt den Han des Hadzhi Kolyo und den Teich Ribarnika; das Dorf führt den alten Brauch Pali kosh auf, nach Angaben der Gemeinde einzigartig in der Oblast (Gemeinde Avren).

Kamchia: die Küstenseite

Ans Meer reicht Avren bei Kamchia, einem Badeort etwa 25 km südlich von Varna neben dem Dorf Bliznatsi, wo die Kamchia zwischen Longoz-Auwäldern und langen Stränden ins Schwarze Meer mündet (Wikipedia (BG)). Bliznatsi liegt 3 km vom Ferienort entfernt (Gemeinde Avren). Die Gemeinderoute endet hier mit einer Bootsfahrt flussaufwärts Richtung Reservat. Reservat, Bootsregeln und Strände behandeln wir ausführlich unter Fluss Kamchia, Reservat und Strand.

Anreise ab Varna

  • Auto: am einfachsten. Auf der Straße (OSRM) ist das Dorf Avren rund 30 km vom Zentrum Varnas entfernt, etwa 35 Minuten; Kamchia rund 28 km, Tsarevtsi rund 41 km. Die Straße I-9 Richtung Burgas quert den Osten der Gemeinde (Wikipedia (BG)).
  • Bahn: Die Strecke Sofia–Varna führt durch den Westen, mit Bahnhof in Sindel und Haltepunkt in Trastikovo (Wikipedia (BG)).
  • Bus: Einen aktuellen Fahrplan von Varna ins Dorf Avren konnten wir nicht bestätigen – fragen Sie am Busbahnhof.

Eine gute Runde ist Varna – Razdelna (Petrich Kale) – Avren – Tsarevtsi und zurück, oder Avren – Kamchia für einen Nachmittag am Meer. Weitere Ziele finden Sie unter Sehenswürdigkeiten der Oblast Varna; wer lieber an der Küste nördlich von Varna bleibt, beginnt mit Goldstrand und St. Konstantin.

Quellen

Die Liste 8

  1. Festung Petrich Kale

    sight📍 Nordwestrand des Avren-Plateaus, oberhalb von Razdelna

    Frühbyzantinische und mittelalterliche Festung auf einer Felsterrasse des Avren-Plateaus, im 5.–6. Jahrhundert erbaut, Blütezeit im Zweiten Bulgarischen Reich. Eine rund 20 m lange, in den Fels gehauene Treppe führt zu zwei Zisternen. Freie Ruine, Zugang über Razdelna; keine offiziellen Öffnungszeiten.

  2. Schutzgebiet Petricha

    park📍 Nordöstlich von Petrich Kale

    126,9 ha Felskranz rund um die Festung, seit 1986 geschützt als Lebensraum seltener Greifvögel wie Schmutzgeier, Adlerbussard und Uhu. Gut zur Vogelbeobachtung; unterhalb der Festung steht eine Berghütte.

  3. Sternwarte Avren

    sight📍 Dorf Avren

    Basisobservatorium der Volkssternwarte und des Planetariums Nikolaus Kopernikus in Varna; der Astronomieklub Kanopus beobachtet hier regelmäßig. Besuche vorab mit der Sternwarte in Varna klären.

  4. Kirche der hl. Paraskeva, Avren

    sight📍 Dorf Avren

    Orthodoxe Kirche der hl. Paraskeva (Petka), erbaut 1868; das Dorf feiert seinen Festtag zu Petkovden am 14. Oktober.

  5. Museumskomplex Kirche und Schule, Tsarevtsi

    museum📍 Dorf Tsarevtsi

    Die Kirche der hll. Konstantin und Helena aus dem 19. Jahrhundert und die alte Schule, restauriert als Museumskomplex mit ethnografischer Sammlung und traditioneller Teppichweberei. Laut Gemeinde besuchten Vasil Levski und Hristo Botev die Kirche.

  6. Sindel und die Sindel-Höhle

    sight📍 Sindel, westlich von Avren

    Die Gemeinde verweist auf die Höhlen rund um das Dorf; die Sindel-Höhle liegt laut Wikipedia an Straße und Bahnlinie, südlich des Dorfes der Sindel-Sumpf. Sindel hat einen Bahnhof an der Strecke Sofia–Varna.

  7. Stausee Zdravets und Dorfsammlung

    park📍 Dorf Zdravets

    Kleiner Stausee mit Hütte 2 km vom Dorf, beliebt zum Ausspannen und Angeln; im Kulturhaus eine ethnografische Sammlung, die Kirche des hl. Erzengels Michael stammt von 1926.

  8. Ferienort Kamchia und Flussmündung

    beach📍 Gemarkung Bliznatsi, an der Küste

    Der Badeort der Gemeinde, rund 25 km südlich von Varna neben Bliznatsi, bekannt für Longoz-Auwälder, breite Strände und Bootsfahrten auf der unteren Kamchia.

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Häufige Fragen

Wo liegt Avren in Bulgarien?

Gemeint ist meist das Dorf und die gleichnamige Gemeinde in der Oblast Varna, südwestlich von Varna auf einem Plateau zwischen den Flüssen Provadiyska und Kamchia. Am Ferienort Kamchia reicht das Gemeindegebiet bis ans Meer. Ein zweites, kleineres Avren liegt bei Krumovgrad in der Oblast Kardschali – prüfen Sie also die Region im Navi.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Gemeinde Avren?

Hauptattraktion ist Petrich Kale, eine Festung aus dem 5.–6. Jahrhundert an einer Felskante des Avren-Plateaus, die 1444 von den Kreuzfahrern erobert wurde. Rundherum liegt das Schutzgebiet Petricha mit seltenen Greifvögeln. Im Dorf Avren gibt es eine Sternwarte und die Kirche der hl. Paraskeva von 1868, in Tsarevtsi ein Museum in Kirche und alter Schule, an der Küste den Ferienort Kamchia.

Wie kommt man zur Festung Petrich Kale?

Über das Dorf Razdelna (Gemeinde Beloslav): Am Ortsende geht es auf einem unbefestigten Weg und dann auf einem schlecht markierten Pfad zur Felsterrasse hinauf. Die Festung ist eine frei zugängliche Ruine; offizielle Öffnungszeiten oder Eintrittspreise haben wir nicht gefunden. Festes Schuhwerk tragen und Abstand zur bis zu 35 m hohen Felskante halten.

Gehört Kamchia zur Gemeinde Avren?

Ja. Der Ferienort Kamchia liegt in der Gemeinde Avren neben dem Dorf Bliznatsi, rund 28 km südlich von Varna auf der Straße. Die Tourismusroute der Gemeinde endet hier mit einer Bootsfahrt auf dem Fluss in Richtung Reservat Kamchia. Die Regeln für diese Boote beschreiben wir auf unserer eigenen Seite zu Fluss und Reservat.

Kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Avren?

Teilweise. Die Bahnstrecke Sofia–Varna durchquert den Westen der Gemeinde, mit einem Bahnhof in Sindel und einem Haltepunkt in Trastikovo. Einen aktuellen Busfahrplan von Varna ins Dorf Avren konnten wir nicht bestätigen; fragen Sie am Busbahnhof Varna. Für Petrich Kale und die Plateaudörfer ist ein Auto deutlich praktischer.

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